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Bad in 8 Millionen Fünfräpplern Initiative für Grundeinkommen eingereicht

Deutsch
Date: 
04.10.2013
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Media: 
Blick
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BERN - Wer schon immer mal im Geld schwimmen wollte, sollte sich beeilen: Bis um 16 Uhr liegen in Bern auf dem Bundesplatz 8 Millionen Fünfräppler mit einem Gewicht von 15 Tonnen. Blick.ch sagt, um was es geht.

Das Volk wird schon bald über das bedingungslose Grundeinkommen abstimmen können. Denn heute wurde in Bern eine Initiative eingereicht.

Und wie: Für jeden Schweizer schütteten die Initianten einen Fünfräppler auf den Bundesplatz. In den letzten Wochen haben sie die 160 000 Papierrollen mit den Münzen aufgerissen.

75 Personen waren in Basel zehn Tage lang damit beschäftigt, die acht Millionen Fünfräppler auszupacken. Um überhaupt so viele Münzen auftreiben zu können, mussten sie einen Kredit aufnehmen und bei der Nationabank die Münzen eintauschen.

Oswald Sigg: «Es hat genügend Geld dafür»

Der ehemalige Bundesratssprecher Oswald Sigg ist der bekannteste Befürworter der Initiative. «Wir wollen zeigen, dass es genügend Geld hat, um ein Grundeinkommen für alle zu finanzieren», sagte Sigg, während der Lastwagen die funkelnde Ladung vor dem Bundeshaus auskippte. Das interessierte sogar TV-Sender aus China und Russland.

Über 126 000 Unterschriften haben die Initianten für ihr Anliegen gesammelt und sie kurz vor dem Mittag bei der Bundeskanzlei eingereicht. Der Initiativtext verlangt für alle ein fixes, nicht an Arbeit gebundenes Einkommen, welches der gesamten Bevölkerung  «ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben» ermöglichen soll.

2500 Franken - egal ob man arbeitet oder nicht

Den Urhebern schwebt ein monatlicher Betrag von ungefähr 2500 Franken vor. Dabei sollen Arbeitnehmer nicht weniger Geld in der Tasche haben als zuvor.

Wer heute 7000 Franken monatlich verdient, hätte künftig ein Grundeinkommen von 2500 und einen Lohn von 4500 Franken.

Kostenpunkt: 200 Milliarden Franken - pro Jahr

Wie genau das finanziert werden soll und wie hoch der Betrag wäre ist aber nicht festgelegt. Das müsste im Falle einer Annahme durch das Volk das Parlament entscheiden.

Sicher ist: Billig wäre die Revolution des Sozialstaats nicht zu haben. Rund 200 Milliarden (!) Franken würde das Ganze kosten - pro Jahr! Das ist ungefähr 30 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts.

Die Initianten glauben, dass davon rund 70 Milliarden Franken aus den Sozialversicherungen, also etwa AHV und IV, genutzt werden könnten. Der «Rest» müsste wohl mit einer drastischen Erhöhung der Mehrwertsteuer gedeckt werden. (vuc/mas)

 

Personal info
Contributor: 
Mathieu Despont
Organisation, Media, etc: 
Blick